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Hepatitis

Hepatitis B – Was ist das?

Die Krankheit verstehen

Die Diagnose Hepatitis B kann erstmal ein Schock sein und viele Fragen aufwerfen – das ist verständlich, viele Betroffene sind am Anfang unsicher und haben Sorgen, was das für ihr Leben bedeutet. Hier findest du Orientierung und Wissen, um die Krankheit besser zu verstehen.

Mann sitzt auf Liege und erklärt Arzt seine Beschwerden.

Weltweit leben etwa 240 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis-B-Infektion.1–3 Sie ist zwar gut behandelbar, doch sie bleibt häufig über lange Zeit unerkannt. Der Grund: Lebererkrankungen sind in der Regel lange nicht spürbar. In Deutschland wird Hepatitis B schätzungsweise nur bei etwa 25 % der Betroffenen diagnostiziert.4 

Q&A: Hepatitis B auf einen Blick

  • Was ist das?

    Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht wird.

  • Wie wird das Virus übertragen?

    Die Krankheit wird durch Blut oder andere infektiöse Körperflüssigkeiten übertragen. Weltweit ist die Übertragung von der Mutter auf das Kind bei der Geburt der häufigste Infektionsweg. Auch unsterile Instrumente bei Maniküre, Tätowierungen oder Piercings können das Virus übertragen. Im normalen Alltag sollte man zudem vermeiden, Gegenständen miteinander zu teilen, die mit Blut in Berührung kommen können – wie zum Beispiel Rasiermesser oder Zahnbürsten. Ein Risiko besteht darüber hinaus bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr sowie beim Teilen von Nadeln und Spritzen (etwa beim Drogenkonsum oder der medizinischen Selbstbehandlung).

  • Welche Folgen hat eine Infektion?

    Die Krankheit kann chronisch werden, also dauerhaft krank machen, und die Leber nachhaltig schädigen bis hin zu Leberversagen oder Leberkrebs. Wird sie frühzeitig erkannt, ist Hepatitis B durch Therapien meist gut kontrollierbar.

  • Welchen Schutz gibt es?

    Gegen die Ansteckung kann eine Impfung gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV) schützen. In Deutschland wird man seit 1996 meist als Kind oder Baby gegen HBV geimpft. Bis zum 18. Lebensjahr wird diese Impfung gemäß STIKO-Empfehlung auch von den Krankenkassen übernommen. Aber auch eine spätere Impfung ist sinnvoll – besonders bei Risikogruppen. Bei Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko kann es sinnvoll sein, vor der Impfung einen Bluttest durchführen zu lassen, um eine bereits bestehende, unbemerkte Erkrankung auszuschließen. Sprich am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt darüber. Welche Impfung für dich wichtig ist, erfährst du in den Empfehlungen der STIKO (Ständigen Impfkommission) oder unter www.impfen.de.

    Bist du schon geimpft? Prüfe jetzt deinen Impfpass und sprich deine Ärztin oder deinen Arzt auf mögliche Schutzimpfungen an!

    Weitere Tipps, wie du deine Leber schützen kannst, findest du hier: 

    Leber schützen

  • Wie kann ich mich testen lassen?

    Hepatitis B kann durch einen einfachen Bluttest erkannt werden. Ab 35 Jahren hast du alle drei Jahre Anspruch auf einen kostenlosen „Gesundheits-Check-Up“ (ehemals Check-Up 35). Dabei kann auch einmalig überprüft werden, ob man mit Hepatitis B oder Hepatitis C infiziert ist.5 Sprich das Praxisteam aktiv darauf an, welche Untersuchungen in diesem Rahmen alle durchgeführt werden können.

    Auch vor dem 35. Lebensjahr ist ein Bluttest möglich. Bei Risikogruppen oder einem ärztlichen Verdacht ist dieser Test kostenlos. Ansonsten ist er auch als Eigenleistung (IGeL) möglich – das heißt, du bezahlst den Test selbst. In der Regel kostet der Test als IGeL etwa zwischen 25 und 80 €. Tatsächliche Kosten können jedoch abweichen. 

    Tipp: Sprich mit deiner Krankenkasse vor dem Test, ob er bezahlt wird und welche Voraussetzungen dafür gelten. Deine Ärztin oder dein Arzt sollten dir einen Kostenvoranschlag geben, bevor der Bluttest als Eigenleistung durchgeführt wird.

    Lerne hier mehr über die Vorsorge: 

    Vorsorgeuntersuchungen für Lebererkrankungen 
    Laborwerte und Lebergesundheit

Der Krankheitsverlauf

Icon Uhr

Die Inkubationszeit

Die Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem tatsächlichen Ausbruch einer akuten Hepatitis-B-Erkrankung kann 45 bis 180 Tage betragen. Wie lange diese Phase dauert, hängt vor allem davon ab, wie viele Viren man aufgenommen hat, wie genau die Ansteckung passiert ist und wie stark das Immunsystem der betroffenen Person ist.

Icon Kalender

Von der akuten zur chronischen Infektion

Eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) verläuft in mehreren Phasen. Jede Infektion beginnt zuerst als akute Krankheit. In der akuten Phase, direkt nach der Ansteckung, treten bei Erwachsenen meist erst einmal keine Symptome auf. In über 90 % der Fälle kann das Immunsystem des Körpers das Virus selbst erfolgreich bekämpfen. Die Infektion heilt dann ohne Folgeschäden aus.6

Wenn der Erreger länger als 6 Monate im Blut nachweisbar ist, spricht man von einer chronischen Infektion.4 Chronische Hepatitis B entwickelt sich oft über Jahre schleichend im Körper weiter. 

Wichtig zu wissen

Auch wenn das Virus im Körper bleibt, kannst du selbst und die moderne Medizin viel tun, um deine Leber zu entlasten. Eine chronische Hepatitis B ist heute sehr gut kontrollierbar, sodass ein Leben mit normaler Lebensqualität möglich ist.

Ob Hepatitis B ausheilt oder chronisch wird, ist bei der Ansteckung noch nicht absehbar. Das ist von vielen Faktoren abhängig. Zum Beispiel: 

  • Das Alter: Bei Säuglingen wird die Krankheit fast immer chronisch. 

  • Viruskonzentration: Die Menge der übertragenen Viren. 

  • Immunantwort: Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein höheres Risiko. Das gilt besonders bei Patienten mit anderen chronischen Krankheiten oder wenn Medikamente eingenommen werden, die die Abwehrkräfte unterdrücken. 

Typisch für eine Hepatitis-B-Infektion ist, dass sie über lange Zeiträume völlig unbemerkt im Körper aktiv sein kann. Doch auch wenn keine Symptome erkennbar sind, kann das Virus die Leber trotzdem schädigen! Im schlimmsten Fall kann die fortschreitende Entzündung zu schweren Langzeitfolgen wie einer Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) oder Leberkrebs führen.6

Daher ist es wichtig, Hepatitis B frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt auch über mögliche Folgeschäden und Begleiterkrankungen.

 

Was passiert bei Hepatitis B in der Leber? 

Das Hepatitis-B-Virus (HBV) nistet sich in die Leber ein und platziert seine genetischen Informationen im Zellkern der Leberzellen. Von dort aus können immer wieder neue Viren produziert werden. Egal ob sich das Virus gerade aktiv vermehrt oder nicht – die genetischen Informationen bleiben im Zellkern „gespeichert“. Das heißt, die Produktion von Hepatitis-B-Viren kann jederzeit wieder gestartet werden. 

Das Virus löst Entzündungen in der Leber aus. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein Eiweiß auf der Oberfläche des Virus, auf welches auch bei Blutuntersuchungen getestet wird: Das sogenannte „Hepatitis-B-Surface-Antigen“ (HBsAg). Ein erhöhter HBsAg Spiegel im Blut ist ein Zeichen für Hepatitis B.7

Laborwerte sind für dich nur unverständliche Abkürzungen? Da geht es dir wie vielen Menschen. Lerne hier, Laborwerte besser zu verstehen: 

Laborwerte bei Hepatitis B 
Laborwerte bei anderen Leberkrankheiten

Ist Hepatitis B heilbar? 

Da das Virus sich fest in die Leber einnistet, ist eine vollständige Heilung durch derzeitige Therapien nicht möglich. Es gibt jedoch manche Behandlungsansätze, die eine sogenannte funktionelle Heilung zum Ziel haben. Dabei ist das Virus zwar noch im Körper vorhanden, es wird aber durch das Immunsystem so gut kontrolliert, dass keine aktive Virusvermehrung mehr nachweisbar ist und eine medikamentöse Behandlung nicht mehr benötigt wird. Obwohl funktionelle Heilungen bereits beobachtet werden, stellen sie derzeit noch die Ausnahme dar. Die Forschung arbeitet deshalb intensiv an neuen Therapieansätzen, die dieses Ziel künftig für mehr Menschen erreichbar machen sollen. Lerne hier, welche Behandlungsoptionen für Hepatitis B zur Verfügung stehen und wie sie im Körper wirken: 

Medikamentöse Behandlung

 

Die Symptome einer Hepatitis-B-Infektion bleiben oft unbemerkt

Anzeichen in der akuten Phase

In manchen Fällen treten zwar Symptome auf, sie ähneln aber stark einer gewöhnlichen Grippe. Zum Beispiel allgemeine Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Übelkeit, Gelenkschmerzen oder auch Dunkelfärbung des Urins. Daher werden diese Symptome häufig nicht direkt mit einer Hepatitis-B-Infektion in Verbindung gebracht und kein entsprechender Test durchgeführt.

Anzeichen in der chronischen Phase 

Bleibt die Infektion unbemerkt bestehen und geht in eine chronische Phase über, können allgemeine Symptome wie anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung, ungewollter Gewichtsverlust oder dumpfe Bauchschmerzen im rechten Oberbauch auftreten. Da die Leber auch ohne erkennbare Symptome immer weiter geschädigt wird, muss eine chronische Hepatitis B unbedingt behandelt und regelmäßig kontrolliert werden.7

Warte nicht auf Symptome!

Wenn du zu einer der Risikogruppen gehörst oder unklare, anhaltende Beschwerden hast, bringt ein einfacher Bluttest beim Arzt dir Klarheit und ermöglicht im Bedarfsfall einen frühzeitigen Schutz für deine Gesundheit. 

Erfahre hier, wie der Test abläuft und wer die Kosten übernimmt.

Übertragung und Ansteckung

Hepatitis B ist eine Infektionskrankheit wie jede andere auch – eine Ansteckung kann im Alltag oder auf Reisen über verschiedene Wege erfolgen. Daher muss sich niemand für eine Infektion schämen.

Mit der Impfung vor Hepatitis B schützen

Gegen Hepatitis B gibt es wirksame und sichere Möglichkeiten, sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen. Die Impfung bietet den zuverlässigsten Schutz vor einer Infektion. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung standardmäßig für alle Säuglinge, Kleinkinder sowie Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Die Kosten hierfür werden komplett von den Krankenkassen übernommen.1

Darüber hinaus wird die Impfung für alle Personen empfohlen, die zu einer der Risikogruppen gehören. Dabei musst du die Kosten in der Regel nicht selbst tragen:

  • Für medizinische Risikogruppen und private Kontakte von Infizierten übernehmen Krankenkassen in der Regel die vollständigen Kosten.

  • Wenn die Impfung für deine berufliche Tätigkeit notwendig ist (z. B. im medizinischen Bereich), ist der Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, die Kosten im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge zu tragen.

  • Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für Hepatitis B als Reiseimpfung oder erstatten einen Großteil davon. Es lohnt sich, vorab kurz bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen.

Gut zu wissen: Wie lange hält der Impfschutz?

Nach den aktuellen Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) gilt: Wer als gesunder Mensch einmal erfolgreich geimpft wurde, benötigt im Normalfall keine Auffrischimpfung mehr. Eine Ausnahme gilt für Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder einem besonders hohen berufsbedingten Ansteckungsrisiko. Hier wird der Schutz in regelmäßigen Abständen ärztlich überprüft und bei Bedarf aufgefrischt. Ob deine Impfung noch aktiv ist, kann deine Ärztin oder dein Arzt über eine einfache, sogenannte Titer-Bestimmung in einer Blutprobe herausfinden. Wenn du dir unsicher bist, sprich deine Ärztin oder deinen Arzt auf die Titer-Bestimmung an.

Das Schwangerschaftsscreening bietet Schutz für Neugeborene

In Deutschland gehört der Hepatitis-B-Test standardmäßig zu den Schwangerschaftsuntersuchungen, wenn kein nachweislicher Impfschutz besteht. Denn bei der Geburt kommt das Baby unweigerlich mit dem Blut und Körperflüssigkeiten der Mutter in Berührung. Dabei kann das Virus übertragen werden.8 Das Ziel des Screenings ist es, eine mögliche Infektion der Mutter frühzeitig zu erkennen, um das Baby bestmöglich zu schützen.

Für viele Frauen kommt die Diagnose Hepatitis B völlig unerwartet im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge. Gerade wenn man sich auf sein Kind freut, wirft diese Nachricht verständlicherweise viele Fragen und Sorgen auf. Doch genau dieses frühzeitige Wissen ist enorm wichtig für dein Kind. Es gibt den Ärzten die Möglichkeit, dein Baby von der ersten Sekunde an bestmöglich zu schützen.

Diese Maßnahmen sorgen für einen sicheren Start ins Leben: 

  • Bei Bedarf erhält die Mutter eine Therapie, die das Ansteckungsrisiko für das Baby bereits vor der Geburt auf ein Minimum reduziert.

  • Unmittelbar nach der Geburt erhalten Neugeborene von positiv getesteten Müttern eine sogenannte kombinierte aktiv-passive Impfung (Immunisierung), um eine mögliche Infektion abzuwehren.

  • Wenn eine Schwangere zu einer Risikogruppe gehört und noch nicht geimpft ist, wird die Impfung auch während der Schwangerschaft ausdrücklich empfohlen.

Dank moderner Medizin ist es für Frauen mit Hepatitis B möglich, gesunde Kinder zur Welt zu bringen.

Schutz im Alltag

Neben der Impfung tragen einfache, bewusste Verhaltensweisen im Alltag dazu bei, das Risiko einer Übertragung für dich und deine Mitmenschen zu senken:9

  • Teile Gegenstände des täglichen Bedarfs, die mit Blut in Berührung kommen können (z. B. Zahnbürsten, Rasierklingen oder Nagelscheren) nicht mit anderen Personen.

  • Geschützten Geschlechtsverkehr praktizieren: Verwende Kondome, insbesondere bei häufig wechselnden Sexualpartnern, um das Risiko einer sexuellen Übertragung zu verringern.

  • Achte bei Tattoos, Piercings, Maniküre oder Pediküre darauf, dass der Anbieter die empfohlenen Hygienestandards einhält und ausschließlich sterile Instrumente verwendet.

  • Teile niemals Nadeln, Spritzen oder anderes Zubehör. Dies gilt sowohl im Kontext von Suchterkrankungen als auch bei der medizinischen Selbstbehandlung (z. B. bei Diabetes).

  • Eine gründliche Handhygiene ist eine einfache und effektive Maßnahme, um dich im Alltag vor einer Vielzahl von Erregern zu schützen.

Notfall-Schutz: Schnelles Handeln nach Kontakt 

Hattest du ungeschützten Sex mit einer infizierten Person oder gab es eine Verletzung, bei der potenziell infiziertes Blut direkt in eine offene Wunde oder auf deine Schleimhäute gelangt ist? In solchen Situationen zählt schnelles Handeln. Durch eine sofortige Behandlung innerhalb weniger Stunden mit einer Impfung und schützenden Antikörpern (die sogenannte Postexpositionsprophylaxe, kurz PEP) kann eine Infektion meist noch erfolgreich verhindert werden.

Icon Alarm

Im Zweifelsfall oder nach einem echten Risikokontakt suche bitte zeitnah eine Arztpraxis oder eine Notaufnahme auf.

 

Risiken einschätzen
 

Icon Eins

Hohes Risiko:

Bereits kleinste Mengen Blut und winzige Schnitte können für eine Ansteckung ausreichen. Daher sollte das gemeinsame Nutzen von alltäglichen Gegenständen wie Rasierklingen oder Zahnbürsten vermieden werden. Andere Körperflüssigkeiten weisen im Vergleich zu Blut eine geringere Viruskonzentration auf.9

Icon Zwei

Mittleres Risiko:

Sperma und Vaginalsekret sind die Hauptüberträger bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr.

 

Icon Drei

Geringes Risiko:

In Speichel, Tränenflüssigkeit, Urin, Muttermilch, Magensaft oder Stuhl kann das Virus zwar theoretisch nachgewiesen werden, eine Ansteckung auf diesem Weg ist aber sehr unwahrscheinlich.

Bin ich gefährdet? Das persönliche Risiko

Grundsätzlich kann sich jeder Mensch mit dem Hepatitis-B-Virus anstecken. Es gibt jedoch bestimmte Personengruppen, die aufgrund ihrer Lebensumstände, ihres Berufs oder ihrer Herkunft ein erhöhtes Risiko tragen. Dies liegt meist an einem häufigeren Kontakt mit dem Virus oder an Besonderheiten des Immunsystems.4,9

Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf besteht für Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Dies kann der Fall durch eine vorbestehende Krankheit oder durch eine Schwächung des Immunsystems (Immundefizienz) sein. Zum Beispiel:4,9

  • Personen, mit einer HIV-Infektion

  • Personen, mit einer Hepatitis-C-Infektion

  • Dialysepflichtige Patienten (Nierenersatztherapie)

  • Personen, die eine Chemotherapie erhalten  

  • Personen, die Medikamenten gegen Autoimmunerkrankungen erhalten (z.B. gegen rheumatoide Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen etc.)

Klicke auf die verschiedene Risikogruppen, um mehr zu erfahren:4,9 

  • Babys von Müttern mit positivem oder unbekanntem Status

    Eine Ansteckung während der Geburt ist sehr wahrscheinlich. Neugeborene tragen zudem das höchste Risiko für einen chronischen Krankheitsverlauf, wenn nicht vor bzw. kurz nach der Geburt gehandelt wird.

  • Herkunft aus Regionen mit hoher Verbreitung

    Wer aus einem Land stammt oder in einer Region aufgewachsen ist, in der das Virus allgemein sehr häufig vorkommt (z. B. Teile Asiens oder Teile Afrikas südlich der Sahara), hat ein höheres Risiko, dem Virus bereits ausgesetzt gewesen zu sein.

  • Unterschiedliche Vorsorgestandards im Geburtsland

    Während in Deutschland der Hepatitis-B-Test für alle werdenden Mütter standardmäßig zur Schwangerschaftsvorsorge gehört, ist dies in vielen anderen Ländern nicht der Fall. Dadurch ist dort das Risiko für eine unbemerkte Übertragung bei der Geburt höher.

  • Ungeschützter Geschlechtsverkehr

    Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem dann, wenn auf mechanische Schutzmaßnahmen (wie Kondome oder Dental Dams) verzichtet wird. Dies gilt besonders bei Sexualpartnern, deren Impf- oder Infektionsstatus unbekannt ist. Daraus entsteht ein erhöhtes Risiko für Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern.

  • Erhalt von Bluttransfusionen vor 1992

    Vor diesem Jahr gab es noch keine flächendeckenden, standardisierten Tests auf Hepatitis B bei Blutspenden. In einigen ländlichen Regionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas wurden die konsequenten Testungen erst um die Jahrtausendwende umgesetzt.

  • Reisende

    Bei längeren Aufenthalten in Regionen mit einer hohen Verbreitung von Hepatitis B besteht ein erhöhtes Risiko für einen Viruskontakt. Das RKI ordnet das Risiko der Infektion auf einer Reise in verschiedene Länder und Regionen regelmäßig ein. Informiere dich am besten vor deiner Reise online oder bei deiner Hausarztpraxis.

  • Intravenöser Drogenkonsum

    Die gemeinsame Nutzung von Nadeln und Spritzen birgt ein extrem hohes Risiko für die Übertragung des Virus. 

  • Unterbringung in geschlossenen Einrichtungen

    Hierzu gehören Untersuchungshäftlinge, Strafgefangene sowie gegebenenfalls Patienten psychiatrischer Einrichtungen.

  • Personen mit erhöhtem beruflich bedingten Expositionsrisiko

    Dazu gehören Personen, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit ein höheres Risiko für einen Kontakt mit dem Virus haben: Medizinisches Personal, Rettungs- und Hilfsdienste, Polizistinnen und Polizisten, Personal in Einrichtungen wie Gefängnissen, Unterkünften für Asylsuchende oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

NP-DE-HP-WCNT-260004, August 2026