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Hepatitis

Folgeschäden & Begleiterkrankungen

Risiken kennen und die Leber schützen

Eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) kann sehr unterschiedlich verlaufen. Während eine akute Infektion bei Erwachsenen in den meisten Fällen von selbst ausheilt, verbleibt das Virus bei einem chronischen Verlauf dauerhaft im Körper. 

Ärztin, die bei männlichen Patienten eine Ultraschall-Untersuchung des Bauches durchführt.

Es ist wichtig, die Diagnose „Hepatitis B“ ernst zu nehmen. Denn unbehandelt und unkontrolliert birgt der chronische Krankheitsverlauf langfristige gesundheitliche Risiken. Die Infektion kann zu einer fortschreitenden Schädigung der Leber führen. Selbst wenn sie über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg schmerzfrei und symptomarm verläuft. 

Krankheitsverlauf mit Langzeitfolgen 

Die häufigsten Schädigungen der Leber entstehen durch die chronische Entzündung und eine fortschreitende Vernarbung des Organs.

Wie es zur Schädigung kommt:

Das Immunsystem erkennt die mit dem Virus infizierten Leberzellen und versucht, diese zu bekämpfen. Bei einem chronischen Verlauf führt dieser ständige Abwehrkampf zu einer dauerhaften Entzündung in der Leber. Hält diese Entzündung länger an, können die dabei zerstörten Leberzellen nicht mehr durch gesunde ersetzt werden. Um das Organ stabil zu halten, werden die Zellen dann mit Hilfe von Fibroblasten durch Kollagen aufgefüllt und Narbengewebe entsteht – eine sogenannte Fibrose. Über die Jahre kann dieses festere Gewebe das gesunde, weiche Lebergewebe räumlich immer weiter ersetzen, ohne aber dessen Funktion übernehmen zu können. Ohne ärztliche Behandlung kann dieser Prozess zu schweren Langzeitfolgen führen.1,2

Wichtig

Diese Veränderungen entwickeln sich nicht von heute auf morgen, sondern über viele Jahre hinweg. Wenn du deine Symptome abklären lässt und deine Kontrolltermine wahrnimmst, kann dein Arzt oder deine Ärztin erste Anzeichen einer Vernarbung frühzeitig erkennen und gegensteuern, bevor es zu Komplikationen kommt.

Klicke auf folgende Begriffe, um mehr zu erfahren:

  • Leberzirrhose

    Eine fortgeschrittene und dauerhafte Vernarbung der Leber wird als Leberzirrhose bezeichnet. In diesem Stadium ist das Organ so stark geschädigt, dass die Leber ihre lebenswichtigen Aufgaben im Körper nicht mehr erfüllen kann. Unbehandelt schreitet dieser Prozess unaufhaltsam fort und kann letztendlich zu einem lebensbedrohlichen Leberversagen führen.

    Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf und zunehmender Schädigung der Leber können schwerwiegende Komplikationen auftreten:3

    • Blutungen: Die Kollagenfasern in Narbengewebe sind nicht durchlässig wie gesundes Lebergewebe. Da das Blut also nicht mehr ungehindert durch die vernarbte Leber fließen kann, weicht es auf andere Gefäße aus. Dies kann zu lebensgefährlichen inneren Blutungen führen, beispielsweise durch das Platzen von Krampfadern in der Speiseröhre.

    • Wassereinlagerungen (Aszites): Der erhöhte Druck im Organ durch das undurchlässige Narbengewebe führt zum Austritt von Flüssigkeit, die sich im Bauchraum sammelt. Dieses gestaute Wasser nimmt Raum ein, der eigentlich den inneren Organen zusteht. Es verdrängt den Magen-Darm-Trakt sowie die Lunge. Dies führt zu schmerzhaften Verdauungsproblemen und Atemnot. Zudem kann sich die stehende Flüssigkeit leicht entzünden, was zu lebensgefährlichen Infektionen im Bauchraum führen kann.

    • Störungen der Gehirnfunktion (hepatische Enzephalopathie): Die erkrankte Leber kann das Blut nicht mehr richtig reinigen. Schadstoffe bleiben im Körper und können ins Gehirn gelangen. Dies führt zu Müdigkeit, schweren Konzentrationsstörungen oder Verwirrung.

    Dank moderner Therapien lässt sich dieser schwere Verlauf, der unbehandelt tödlich enden kann, heute jedoch sehr effektiv aufhalten. Bei rechtzeitiger Behandlung sind diese Komplikationen gut beherrschbar oder können in den meisten Fällen sogar von vornherein verhindert werden.

  • Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom – HCC)

    Das hepatozelluläre Karzinom ist eine Form von Leberkrebs, die sich direkt aus den geschädigten Leberzellen entwickelt. 

    Das Risiko für diesen Krebs steigt durch die dauerhafte Entzündung. Das Immunsystem greift die kranken Leberzellen ständig an und die Leber muss sich ununterbrochen regenerieren und neue Zellen bilden. Bei dieser ständigen, schnellen Zellerneuerung arbeitet der Körper unter Dauerstress: Es passieren leichter und häufiger Fehler beim Kopieren der Erbinformation. Solche fehlerhaft kopierten Zellen können sich den Kontrollmechanismen des Körpers entziehen, sich unkontrolliert vermehren und schließlich zu einem bösartigen Tumor heranwachsen. 

    Bei einer chronischen Hepatitis B kann sich dieser Krebs in seltenen Fällen auch ohne eine vorherige Leberzirrhose entwickeln.

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Rechtzeitiges Handeln schützt die Leber 

Für alle schweren Langzeitfolgen gilt ein einfacher, aber entscheidender Grundsatz: Je früher eine Hepatitis-B-Infektion erkannt und fachärztlich begleitet wird, desto effektiver lässt sich das Risiko für irreversible Schäden wie eine Leberzirrhose oder Leberkrebs von vornherein eingrenzen.4 Eine rechtzeitige Diagnose und die passende Therapie sind somit der beste Schutz für deine Gesundheit. Sprich deine Ärztin oder deinen Arzt jetzt auf mögliche Vorsorgeuntersuchungen an.

Begleiterkrankungen der Hepatitis-B-Infektion

Doppelinfektion mit Hepatitis D

Eine wichtige Begleiterkrankung bei Hepatitis B ist die Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus (HDV). Dieses Virus ist unvollständig und benötigt die Hülle des Hepatitis-B-Virus, um sich im Körper überhaupt vermehren zu können. Das heißt, eine Infektion mit Hepatitis D ist nur dann möglich, wenn bereits eine Hepatitis-B-Infektion vorliegt. Daher wird bei jeder Erstdiagnose von Hepatitis B immer auch auf eine Infektion mit Hepatitis D getestet.

Klicke auf die Begriffe, um mehr über Hepatitis D zu erfahren!

  • Übertragung

    Die Übertragungswege sind ähnlich wie bei Hepatitis B und erfolgen hauptsächlich über den Kontakt mit infiziertem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten.

  • Folgen der Doppelinfektion

    Liegen beide Viren gleichzeitig vor, kann dies den Krankheitsverlauf deutlich beschleunigen. Das Risiko für eine Leberzirrhose oder für Leberkrebs steigt bei einer solchen Doppelinfektion erheblich an.

  • Schutz

    Der wirksamste Schutz gegen Hepatitis D ist die Hepatitis-B-Impfung. Da das Hepatitis-D-Virus ohne sein „Helfervirus“ Hepatitis B nicht existieren kann, schützt die Impfung vor beiden Viren.5

    Erfahre mehr darüber, wie du dich und andere schützen kannst.

Weitere Begleiterkrankungen außerhalb der Leber

In seltenen Fällen kann eine chronische Hepatitis-B-Infektion oder die dauerhafte Abwehrreaktion des eigenen Immunsystems auch andere Organe außerhalb der Leber beeinflussen. Behandelnde Ärztinnen und Ärzte achten bei den regelmäßigen Kontrollen gezielt auf solche Anzeichen, um frühzeitig reagieren zu können. Zu diesen seltenen Begleiterkrankungen gehören:6

  • Nierenerkrankungen: Bestimmte Entzündungen der Niere, welche die Filterfunktion beeinträchtigen (wie die Glomerulonephritis).

  • Gefäßentzündungen: Entzündliche Veränderungen der Blutgefäße (Vaskulitiden). 

  • Veränderungen des Blutes oder Nervensystems: Diese treten jedoch nur in sehr seltenen Einzelfällen auf.

Aktiv handeln und deine Leber schützen

Auch wenn die möglichen Folgeschäden ernst sind: Du kannst aktiv dazu beitragen, deine Leber zu schützen. Durch regelmäßige medizinische Betreuung und deine eigene Mitarbeit ist es heute meist möglich, schwerwiegende Folgen zu verhindern oder abzumildern und ein weitgehend normales Leben zu führen.

Das kannst du tun:

  • Nutze eine frühe Diagnose: Je früher eine chronische Hepatitis B (und gegebenenfalls eine Doppelinfektion mit Hepatitis D) erkannt wird, desto besser kann der Verlauf beeinflusst und die Leber geschützt werden.

  • Nimm regelmäßige Kontrollen wahr: Eine engmaschige ärztliche Überwachung ist deine wichtigste Sicherheitslinie. Sie sorgt dafür, dass Veränderungen an deiner Leber frühzeitig erkannt werden, noch bevor spürbare Schäden entstehen.

  • Halte deinen Behandlungsplan ein: Falls eine medikamentöse Behandlung notwendig ist, ist deine Therapietreue der Schlüssel zum Erfolg. Die regelmäßige Einnahme der Medikamente kann das Virus erfolgreich unterdrücken, Entzündungen in der Leber reduzieren und das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen deutlich senken. 

Erfahre hier mehr zur Behandlung von Hepatitis B und wie du mit der Erkrankung gut leben kannst: 

Medikamentöse Behandlung 
Leben mit Hepatitis B 

  • Referenzen

    1. Yao J, et al. Open Exploration 2025 Dec 21;4:100565.
    2. Zhang S, et al. Clin Mol Hepatol 2024 Nov 21;31(Suppl):S182–S195. 
    3. Premkumar M, et al. J. Clin. Exp. Hepatol. 2022 May 14;12(4):1150–1174.
    4. Rizzo GEM, et al. Viruses. 2022; May 7;14(5):986.
    5. Hepatitis D - Deutsche Leberhilfe e.V. https://www.leberhilfe.org/lebererkrankungen/hepatitis-d/. Letzter Zugriff am 12.06.2026.
    6. Songtanin B, et al. Viruses 2024 Apr 16;16(4):618.

NP-DE-HP-WCNT-260006, August 2026